Brač Reiseführer
Alles für Brač: Zlatni Rat, Bol, Steinbruch-Geschichte und Fähren ab Split in unter 2 Stunden.
Split: Discover Brac with history, food and Zlatni Rat
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit
- Mai–Juni, September
- Empfohlene Tage
- 2–4 Tage
- Anreise
- Autofähre Split–Supetar (50 Min.) oder Katamaran Split–Bol (1 Std.)
- Tagesbudget
- 60–140 €
Brač ist die größte Insel Dalmatiens und die drittgrößte in der Adria – trotzdem ist sie deutlich ruhiger und erschwinglicher als der berühmte Nachbar Hvar. Das Aushängeschild der Insel – Zlatni Rat, das goldene Kieshorn, das südlich von Bol ins türkisfarbene Meer ragt – ist einer der meistfotografierten Strände des gesamten Mittelmeers. Doch Brač ist weit mehr als ein einziger Strand: Das Innere der Insel birgt Steindörfer, Olivenhaine, Lavendelfelder und eine jahrhundertealte Steinbruch-Tradition, die das Material für Diokletians Palast in Split und angeblich auch für das Weiße Haus in Washington DC lieferte.
Brač ist die größte Insel Dalmatiens und die drittgrößte der Adria, bleibt aber deutlich ruhiger und günstiger als ihre berühmte Nachbarin Hvar. Die Hauptattraktion – Zlatni Rat, das goldene Kieselhorn, das südlich von Bol ins türkisfarbene Wasser hineinragt – gehört zu den meistfotografierten Stränden im gesamten Mittelmeerraum. Doch Brač ist weit mehr als ein Strand: Das Inselinnere besticht mit Steindörfern, Olivenhainen, Lavendelfeldern und einer jahrhundertealten Steinbruchtradition, die den Stein für Diokletians Palast in Split und Berichten zufolge auch für das Weiße Haus in Washington DC lieferte. Einen direkten Vergleich mit den Nachbarinseln bietet Hvar vs. Brač vs. Korčula.
| Wo | Mitteldalmatien, Fähre ab Split |
| Kosten | Etwa 60–140 €/Tag |
| Benötigte Zeit | 2–4 Tage |
| Anreise | Autofähre Split–Supetar (ca. 50 Min.) oder Katamaran Split–Bol (ca. 1 Std.) |
| Beste Reisezeit | Mai–Juni und September |
Anreise nach Brač
Autofähre Split–Supetar: Die Hauptverbindung. Jadrolinija-Fähren überqueren den 14 Kilometer breiten Kanal nach Supetar an Bračs Nordküste in etwa 50 Minuten. Im Sommer gibt es bis zu 14 Abfahrten pro Tag. Ein Auto mit Fahrer kostet je nach Saison rund 35–50 € Rückfahrt; Fußgänger zahlen etwa 4–5 € pro Strecke. Supetar ist ein angenehmes kleines Städtchen mit eigenen Stränden und Restaurants.
Katamaran Split–Bol: Jadrolinija betreibt einen Schnellkatamaran (nur Fußgänger) von Split direkt nach Bol an der Südküste, wo sich Zlatni Rat befindet. Die Überfahrt dauert etwa 1 Stunde. Das ist die praktischste Option, wenn das Hauptziel Zlatni Rat ohne Auto ist. Im Sommer rund 3–5 Abfahrten täglich.
Ab Hvar: Ein saisonaler Katamaran verbindet Hvar-Stadt mit Bol. Fahrplan auf der Jadrolinija-Website prüfen, da dieser jährlich variiert. Alternativ kombinieren private Schnellboottouren Hvar und Brač an einem Tag.
Zeitplan und Buchungsempfehlungen: Im Juli und August füllt sich die Supetar-Autofähre schnell, besonders freitagnachmittags (Richtung Brač) und sonntags abends (Rückfahrt). Pkw-Plätze mindestens eine Woche im Voraus online über die Jadrolinija-Website buchen – wer in der Hochsaison ohne Reservierung am Kai erscheint, riskiert auf die nächste Abfahrt zu warten. Fußgänger können fast immer kurzfristig an Bord, aber der Kauf am Fährterminal in Split spart Zeit.
Auto oder Katamaran – was ist die richtige Wahl? Wer sich auf Bol und Zlatni Rat konzentriert, fährt besser mit dem Katamaran: Er setzt direkt in Bol ab, die Überfahrt ist mit rund einer Stunde kürzer, und man spart die Kosten und den Stress eines Fahrzeugs. Wer jedoch Pučišća, Škrip, Pustinja Blaca, die Inlanddörfer oder die ruhigeren Oststrände bei Sumartin erkunden möchte, profitiert erheblich vom Auto. Roller- und Autoverleih in Bol und Supetar ist in der Hochsaison bis spätvormittags ausgebucht – also im Voraus buchen oder extra Zeit einplanen.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf Brač
Zlatni Rat Strand, Bol
Zlatni Rat (wörtlich „Goldenes Horn”) ist das definitive kroatische Strandbild. Ein 634 Meter langer Streifen aus glattem weißgrauem Kies ragt in die Adria – die Spitze verändert sich leicht mit Strömung und Wind, sodass keine zwei Fotos gleich aussehen. Das Wasser ist auf beiden Seiten flach und glasklar – ideal für Kinder und Schnorchler. Der Pinienwald hinter dem Strand spendet mittags Schatten.
Der Strand ist kostenlos und für alle zugänglich; Liegensets (rund 15–20 €/Tag für zwei Liegen und einen Sonnenschirm) sind verfügbar. Juli und August sind sehr überfüllt; vor 9 Uhr oder nach 16 Uhr kommen für mehr Platz. Der 30-minütige Spaziergang von Bol ist angenehm; Taxis und Fahrräder sind ebenfalls verfügbar.
Bol selbst ist eine charmante Stadt mit einem Dominikanerkloster (15. Jh., mit einem bedeutenden Madonnenbild), einigen guten Restaurants am Hafen und einer starken Windsurfkultur.
Inlandbrač: Škrip, Pustinja Blaca und Steindörfer
Die meisten Besucher wagen sich nie ins Landesinnere – das ist auf Brač ein echter Fehler. Das Innere der Insel bietet viel.
Škrip ist das älteste Dorf auf Brač mit illyrischen Ursprüngen. Das Brač-Museum (in einem Turm aus dem 16. Jh.) zeichnet die Steinbruchgeschichte der Insel nach. Ein römisches Mausoleum und eine befestigte Kirche aus dem 15. Jahrhundert verleihen dem Ort archäologische Tiefe.
Pustinja Blaca (Blaca-Einsiedelei) ist eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Kroatiens – ein in eine Kliffhöhle gebautes Klostereremitage aus dem 16. Jahrhundert in einer abgelegenen Schlucht an der Südküste. Bis 1963 durchgehend bewohnt, ist es heute ein Museum.
Dol, Nerežišća, Selca: Diese Inlanddörfer bewahren ein authentisches Brač-Erlebnis. Steinhäuser aus lokalem weißem Kalk, Trockenmauern zwischen Olivenhainen und ältere Dorfbewohner beim Kartenspiel.
Vidova Gora
Mit 778 Metern ist Vidova Gora der höchste Punkt auf einer kroatischen Adriainsel. Die Aussicht vom Gipfel ist außergewöhnlich: Zlatni Rat direkt darunter, Hvar in der Ferne, Vis am Horizont. Die Straße zum Gipfel ist asphaltiert und per Auto erreichbar (von Bol ca. 30 Min.). Es gibt auch einen markierten Wanderweg ab Bol (2,5–3 Stunden je Strecke).
Am Gipfel gibt es eine kleine Konoba (Bergrestaurant) mit einfachen Grillgerichten und lokalem Wein.
Pučišća
An der Nordküste ist Pučišća bekannt als Standort einer Steinmetzschule (Klesarska škola), die seit 1909 Steinmetze ausbildet. Das Dorf selbst liegt in einer tief eingeschnittenen, geschützten Bucht mit alten Steinhäusern.
Segeltouren und Bootsausflüge rund um Brač
Brač liegt im Herzen eines der besten Segelgebiete der Adria. Ganztagige Segeltouren ab Split fahren regelmäßig Brač und Šolta an. Private Schnellboottouren erreichen Zlatni Rat ab Split in rund 45 Minuten und ermöglichen an einem Tag Stopps auf Šolta oder in Hvar.
Die Unterwasserwelt von Brač ist weniger bekannt als die der Kornaten oder von Vis, doch die Steilküste bei Murvica und die Wracks vor Bol locken einen stetigen Strom von Tauchern an – die Sichtweite liegt im Sommer regelmäßig über 20 Meter. Ein paar Tauchbasen in Bol bieten tägliche Bootsausflüge für zertifizierte Taucher sowie Schnuppertauchgänge für Anfänger; das Gesamtbild der besten Tauchreviere der Adria, einschließlich eines Vergleichs von Brač mit Vis und den Kornaten, liefert der Leitfaden zum Tauchen in Kroatien.
Strände auf Brač
Neben Zlatni Rat bietet Brač zahlreiche weitere Schwimmstellen.
Lovreč-Bucht (bei Bol): Ein ruhigerer Kiesstrand, kurz von Zlatni Rat entfernt. Deutlich weniger Besucher.
Murvica: Ein kleines Dorf 8 km westlich von Bol mit dramatischem Strand und einem Höhlenkloster (Drachenhöhle), das über einen 45-minütigen Wanderweg erreichbar ist.
Sumartin: An der Ostspitze von Brač, ruhige und wenig frequentierte Bucht mit klarem Wasser.
Bobovišća-Bucht: Eine tiefe, geschützte Bucht bei Seglern an der Nordwestküste beliebt.
Unterkunft auf Brač
Bol ist die beliebteste Basis – bestens geeignet für Zlatni Rat, Windsurfen und den Katamaran ab Split. Private Apartments kosten 60–150 €/Nacht in der Hochsaison; Hotels ab 90 € aufwärts.
Supetar ist größer, lebhafter (hier kommt die Autofähre an) und bietet eine größere Auswahl an Unterkünften. Die Preise sind typischerweise 10–20 % günstiger als vergleichbare Unterkünfte in Bol.
Restaurants auf Brač
Konoba Mlin (Bol): Eines der besten Restaurants der Insel – eine alte Olivenmühle mit gemütlichem Ambiente. Die Tintenfisch-Peka ist das Highlight. Reservierung empfohlen.
Konoba Kopačina (Donji Humac, Inland): Fahrt ins Landesinnere für dieses Bauernhofrestaurant, bekannt für Peka-Gerichte und hausgemachten Wein.
Konoba Jure (Supetar): Solide, unprätentiöse Hafenkonoba mit frischem Fisch zu fairen Preisen.
Beste Reisezeit für Brač
Mai–Juni bieten warme Temperaturen (22–26 °C), badefreundliches Meer (18–21 °C) und kaum Menschenmassen. Zlatni Rat im Mai ist ein ganz anderes Erlebnis als im Juli.
September bleibt ausgezeichnet: Meerestemperatur auf dem Höhepunkt (~24 °C), der Maestral-Wind weht noch für Windsurfer, Preise fallen um 20–30 %.
Juli–August: Zlatni Rat wird zum vollgepackten Stranderlebnis. Noch immer angenehm, aber man teilt es mit Tausenden.
Geld, Konnektivität und praktische Hinweise
Auf Brač wird in den Hotels und größeren Restaurants von Bol und Supetar fast durchweg mit Karte bezahlt, doch viele Konobas im Landesinneren und kleine Läden in Dörfern wie Nerežišća und Pučišća akzeptieren nur Bargeld – dafür Euro mitführen. Geldautomaten gibt es reichlich in Bol und Supetar, im Inneren der Insel dagegen kaum, also vor der Fahrt ins Hinterland abheben. Der Leitfaden zu Geld in Kroatien gibt einen ausführlicheren Überblick über Kosten und Zahlungsmittel im ganzen Land.
Der Mobilfunkempfang ist an der Küste sowie in Bol und Supetar zuverlässig, fällt aber auf der Straße hinauf zum Vidova Gora und rund um die Pustinja Blaca stellenweise aus. Wer mit ausländischer SIM-Karte unterwegs ist, spart sich mit einer vorab eingerichteten eSIM die Suche nach einem Laden vor Ort – die praktischen Optionen zeigt der Kroatien-eSIM-Leitfaden. Für das größere Bild des Inselhoppings, einschließlich der Frage, welche Inseln sich gut mit Brač auf einer Reise kombinieren lassen, lohnt sich zudem der Leitfaden zu den besten kroatischen Inseln.
Radfahren auf Brač
Die Mischung aus Küstenstraßen und sanfteren Abschnitten im Landesinneren macht Brač zu einer der besseren Inseln Dalmatiens für Radtouren – vorausgesetzt, man ist auf einige echte Anstiege vorbereitet. Die Straße von Supetar oder Bol hinauf zum Vidova Gora ist die klassische Herausforderung – steil, ungeschützt, aber belohnt mit dem besten Panoramablick der Insel. Leichtere, flachere Routen verlaufen zwischen den Inlandsdörfern Donji Humac, Gornji Humac und Nerežišća, vorbei an Olivenhainen und Trockenmauerfeldern, fast ohne Verkehr.
Fahrräder lassen sich sowohl in Bol als auch in Supetar mieten, üblicherweise für 15–25 €/Tag für ein Standard-Mountain- oder Trekkingrad; E-Bikes stehen zunehmend zur Verfügung für alle, die den Vidova Gora bewältigen möchten, ohne sich vor der Aussicht zu verausgaben. Der frühe Morgen (vor 9 Uhr) ist im Sommer das beste Zeitfenster für den Anstieg – die Straße bietet kaum Schatten, und die Hitze steigt schnell. Für einen umfassenderen Überblick über Radrouten an der Küste bietet der Leitfaden zum Radfahren in Istrien Kroatiens andere wichtige Radregion, während der Leitfaden zum Wandern in Kroatien nützlich ist, wer den Vidova Gora lieber zu Fuß bezwingen möchte.
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