Mostar Reiseführer
Mostar besuchen: die Brücke Stari Most, der Basar, Klippenspringen und Tagesausflüge von Dubrovnik oder Split — komplett erklärt.
Dubrovnik: Full-day trip to Mostar
Auf einen Blick
- Beste Reisezeit
- Apr–Jun & Sep–Okt
- Empfohlene Aufenthaltsdauer
- 1 Tag (Tagesausflug) oder 1–2 Nächte
- Anreise
- 2,5 Std. ab Dubrovnik per Bus oder Tour
- Budget pro Tag
- €30–€80 (Bosnien nutzt BAM, nicht EUR)
Mostar ist die meistbesuchte Stadt in Bosnien und Herzegowina und der beliebteste Tagesausflug von Dubrovnik — und das aus gutem Grund. Die von der UNESCO gelistete Stari Most (Alte Brücke), 2004 nach ihrer Zerstörung 1993 wiederaufgebaut, überspannt die Neretva mit einer Anmut, die jedes Superlativ verdient. Ringsum erstreckt sich ein nahezu unberührter osmanischer Basar (Kujundžiluk), der Kupferwaren, Seide und Kaffee in derselben Gassengliederung wie seit dem 16. Jahrhundert verkauft. Mostar ist auch ehrlich über seine jüngste Geschichte auf eine Art, die wenige Touristenziele wagen; die Schäden der 1990er-Kriege sind weder verborgen noch ausgenutzt, sondern sichtbar in kugellöchrigen Fassaden.
Währungshinweis: Bosnien verwendet die Konvertible Mark (BAM), die zum Euro im Verhältnis 1,96 BAM zu €1 gebunden ist. Die meisten Touristenbetriebe in Mostar nehmen Euro, geben aber Wechselgeld in BAM. Etwas Bargeld in Landeswährung für kleinere Einkäufe mitnehmen.
Anreise von Kroatien nach Mostar
Organisierter Tagesausflug ab Dubrovnik: Der Standardweg. Touren fahren täglich April–Oktober ab, Abholung in Dubrovnik-Hotels um 7–8 Uhr, Rückkehr um 8–9 Uhr abends. Meiste inkludieren einen lizenzierten Lokalführer in Mostar, Mittagessen und Eintritt zu Hauptsehenswürdigkeiten. Fahrzeit jeweils ca. 2,5 Stunden.
Ein ganztägiger geführter Mostar-Ausflug ab Dubrovnik beinhaltet die Alte Brücke, Basar, Moschee und MittagessenKombinierte Tour Mostar und Kravica-Wasserfälle: Die beliebteste Variante fügt einen Badestopp an den Kravica-Wasserfällen hinzu — einem atemberaubenden 25-Meter-Hufeisenwasserfall am Trebižat-Fluss, 40 km von Mostar entfernt.
Die Kombination Mostar und Kravica-Wasserfälle ist der beliebteste Tagesausflug ab DubrovnikPer Linienbus: Direkte Busse von Dubrovnik fahren zweimal täglich (2,5–3 Stunden, €15–€20). Auch Busse aus Split (4 Stunden). Der Mostar-Busbahnhof liegt 15 Gehminuten von der Altstadt entfernt.
Mit dem Auto: 153 km von Dubrovnik über E73/M17. Seit 2022 vermeidet die Route den Neum-Korridor durch die Pelješac-Brücke. Keine Visumpflicht für die meisten westlichen Nationalitäten; Grenzabfertigung typischerweise 15–30 Minuten.
Sehenswürdigkeiten in Mostar
Stari Most (Alte Brücke)
Die osmanische Brücke aus dem 16. Jahrhundert, von Mimar Hayreddins entworfen (einem Schüler Mimar Sinans) und 1566 fertiggestellt, stand 427 Jahre, bevor sie im November 1993 absichtlich zerstört wurde. Die wiederaufgebaute Brücke (2004) verwendet Stein aus demselben Tenelija-Kalksteinbruch wie das Original und ist baulich originalgetreu. Beim Überqueren bieten sich Ausblicke auf die türkisfarbene Neretva und die Altstadt auf beiden Ufern. Traditionelle Taucher — Mitglieder der Mostar Divers Association — springen noch immer vom 21-Meter-Brückengeländer (typischerweise an Sommernachmittagen) gegen Trinkgeld; sie tun dies seit dem 17. Jahrhundert.
Kujundžiluk-Basar
Die gepflasterte Basarstraße führt von der Westseite der Brücke in ein dichtes Netz aus Werkstätten und Läden. Kupferarbeiten, Schmuck, handbemalte Kacheln, Seidenschals und lokale Kaffeesorten sind die Hauptprodukte. Qualität variiert erheblich; die besseren Kupferarbeiten finden sich in Geschäften abseits des Brückenzugangs. Der Basar ist auch der Ort, um bosnischen Kaffee zu trinken (serviert mit einem Metalldžezva, einem Würfel Türkischen Gelees und einem Glas Wasser) — ein völlig anderes Ritual als die kroatische Kaffeekultur.
Alte Moschee und religiöses Erbe
Die Koski-Mehmed-Pascha-Moschee (1618) ist die meistbesuchte, mit einem besteigbaren Minarett für €3 und Panoramablick auf Brücke und Fluss. Die Karadžozbeg-Moschee (1557) ist architektonisch bedeutender. Beide sind aktive Gebetsstätten; dezente Kleidung erforderlich. Der alte Basar enthält auch mehrere osmanische Hans (Karawansereien) und Türben (Mausoleen).
Kriegsgeschichte und Versöhnung
Die Kriegsschäden der 1990er Jahre sind sichtbar und es lohnt sich, sie zu verstehen. Die wieder aufgebaute kroatisch-bosniakische Frontlinie verlief entlang des heutigen Boulevard Stjepana Radića; kugellöchrige Gebäude auf der kroatischen Seite des Boulevards wurden nie repariert. Das Museum der Kriegs- und Völkermordopfer gibt einen erschütternden Bericht. Besucher, die sich mit dieser Geschichte auseinandersetzen, verstehen besser, was die wiederaufgebaute Brücke bedeutet.
In der Nähe: Počitelj und Blagaj
Počitelj (30 km südlich) ist ein osmanisches Festungsdorf an einem Kalksteinfelsen über der Neretva — einer der fotogensten Orte in Bosnien, vom Krieg unberührt und oft in Mostar-Tagestouren enthalten. Blagaj (12 km südöstlich von Mostar) ist ein Derwisch-Tekke (Kloster), das in einen Felsen an der Quelle des Buna-Flusses gebaut wurde, wo die Quelle mit 40 Kubikmetern pro Sekunde aus dem Kalkstein sprudelt — außergewöhnlich zu erleben.
Unterkünfte in Mostar
Die meisten Besucher kommen als Tagesausflügler aus Kroatien. Für Übernachtungen:
Hotel Mepas (Kardinala Stepinca bb): Modernes Vier-Sterne-Hotel nahe dem Busbahnhof; komfortabel und praktisch. Doppelzimmer ab €60–€100.
Kriva Ćuprija-Pensionen: Mehrere kleine Pensionen rund um die zweite historische Brücke (Kriva Ćuprija, die kleinere Brücke von 1558 stromaufwärts). Sehr atmosphärisch; oft unter €50 pro Zimmer.
Villa Ana: Gut bewertete Boutique-Option nahe der Altstadt; Doppelzimmer ab €50–€80.
Restaurants in Mostar
Tima-Irma (Kujundžiluk 7): Das bestbewertete Restaurant im alten Basarviertel, spezialisiert auf traditionelle bosnische Küche — Burek (Blätterteig mit Fleisch oder Käse), Ćevapi (gegrillte Hackfleischwürste), Lammgulasch. Lange Schlangen zu Mittag; früh oder spät ankommen.
Restaurant Stari Most (Brückenwasserfront): Touristisch, aber ausreichend gegrillter Fisch und Fleisch; die Terrasse rechtfertigt den kleinen Aufpreis.
Šadrvan (Jusovina 11): Gut für bosnische Grillspezialitäten in einem Innenhof mit Brunnen.
Marktessen: Der Morgenmarkt am Ostufer verkauft saisonales Gemüse, lokalen Käse und Brot. Bosnischer Burek aus dem Ofen (ca. €2) ist die beste schnelle Frühstücks- oder Mittagsoption.
Die Brückentauch-Tradition in Mostar
Die Brückentaucher (mostarski skakači) sind eine lebendige Tradition mit Wurzeln im 17. Jahrhundert. Der Sprung vom 21-Meter-Brückengeländer in die Neretva darunter (Wassertemperatur typischerweise 16–18°C) erfordert erheblichen Mut und Technik. Taucher üben in ihrer Jugend im Tauchclub und führen den Sprung öffentlich durch, typischerweise an Sommernachmittagen, gegen Trinkgeld.
Wichtiger Hinweis: Selbst nicht springen ohne Training. Die Neretva an der Brücke ist tief genug, aber Strömung und Wassertemperatur erfordern Erfahrung; untrainierte Springer haben sich schwer verletzt.
Mostars architektonischer Kontext
Die Schiefe Brücke (Kriva Ćuprija): Eine kleinere, ältere Brücke (1558, acht Jahre vor der Stari Most) stromaufwärts; weniger fotografiert, aber architektonisch reiner und weniger überfüllt. Viele Besucher verpassen sie.
Altes Basarhamam (türkisches Bad): Das verfallene Hamam aus dem 16. Jahrhundert am Kujundžiluk ist eine der größten erhaltenen osmanischen Hamam-Strukturen außerhalb der Türkei.
Österreichisch-ungarisches Viertel: Das Westufer von Mostar spiegelt die Eingliederung in das Österreichisch-Ungarische Reich (1878–1918) wider; der zentrale Boulevard und die umliegenden Straßen haben die breiten Bürgersteige, Appartementfassaden und Stadtgebäude einer habsburgischen Provinzstadt.
Beste Reisezeit für Mostar
April–Juni und September–Oktober sind die idealen Zeiträume: angenehme Temperaturen (20–27°C), volle Tagestouren in Betrieb, die Kravica-Wasserfälle noch gefüllt. Juli–August macht Mostar intensiv heiß (35–38°C im Tal) und sehr überfüllt. Im Sommer bis 8 Uhr ankommen und bis Mittag gehen, bevor Gruppen und Hitze ihr Maximum erreichen. Winter (November–März) ist Mostar ruhig und kalt; viele Touristenbetriebe schließen, aber die Stadt ist ganz sie selbst.
Mostars kulturelles Mosaik
Mostar ist das Verwaltungszentrum der Herzegowina — eine geographisch und kulturell eigenständige Region, die durch ein trockenes mediterranes Klima, Karstlandschaft und eine historische Mischung aus kroatisch-katholischen, bosniakisch-muslimischen und serbisch-orthodoxen Gemeinschaften geprägt ist. Der islamische Gebetsruf aus der Koski-Mehmed-Pascha-Moschee und die Glocken der Franziskanerkirche erklingen gleichzeitig über der Neretva; der Basar verkauft sowohl Gebetsperlen als auch Wein. Diese religiöse und kulturelle Koexistenz macht Mostar unvergleichlich auf dem westlichen Balkan.
Herzegowinischer Wein
Eines der bestgehüteten Geheimnisse des Mostar-Tagesausflugs ist der Wein. Das Neretva-Tal der Herzegowina, geschützt vor Nordwinden durch die Dinarischen Alpen und in intensiver Sonneneinstrahlung auf Kalksteinhängen, produziert Žilavka (weiß, knackig, hochsäuerlich, ausgezeichnet zum lokalen Flussforellen) und Blatina (rot, kräftig, erdig), die außerhalb der Region völlig unbekannt, aber wirklich gut sind.
Kravica-Wasserfälle
Die Kravice-Wasserfälle am Trebižat-Fluss (40 km südwestlich von Mostar) bilden einen Hufeisenwasserfall von 25 Metern Höhe und 120 Metern Breite. Der türkisfarbene Pool unter den Fällen ist schwimmbar (wenn auch kalt). Eintritt ca. €5; die meisten Tagestouren von Dubrovnik schließen ihn als Badestopp ein.
Wichtig: Hochmittagszeiten im Juli–August meiden, wenn die Fälle voller Besucher sind.
Praktische Informationen für Mostar
Währungstausch: BAM ist die Lokalwährung (1,96 BAM = €1 zu offiziellem Kurs). Euro werden in Touristenbetrieben weit verbreitet akzeptiert; Wechselgeld wird in BAM gegeben. Für BAM Bank-Geldautomaten verwenden (Raiffeisen, UniCredit, NOVA) statt freistehenden Wechselkiosken.
Kommunikation: Bosnien ist nicht in der EU, daher gelten EU-Roaming-Vereinbarungen nicht. Lokale SIM-Karte (BH Telecom) kostet ca. €5.
Kleiderordnung: Die Koski-Mehmed-Pascha-Moschee und die Karadžozbeg-Moschee erfordern dezente Kleidung für den Eintritt (bedeckte Schultern, keine Shorts; Tücher am Moscheeingang ausleihbar).
Top-Erlebnisse
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